Freitag, 19. Juli 2013

Tag 150 / 151: Nervös

Der Mann und ich, wir hatten gestern Abend unser letztes Skype-Date. Und wie er mich so ansieht und leise sagt: "Ich könnte jetzt glatt durch den Bildschirm springen" macht mich das nervös. Schmetterlinge im Bauch, Glücksgefühl und ein kleines Prickeln unter der Haut, wie es denn sein wird, wenn er wieder da ist, mich wieder in den Arm nimmt. Fast wie vor dem ersten Date. Ungewissheit. Aufgeregtheit. Nervosität. 

Wie fühlt er sich an? Wie riecht er? Wie fühle ich mich in seinen Armen? So lange ist es schon her, die Nähe zueinander ... Ich vermisse das. Und ich freue mich so wahnsinnig darauf, ihn wieder hier zu haben. Das ist schier unbeschreiblich. 

Gestern - das letzte Mal dieses unscharfe Bild von ihm. Nur erahnen können, wie seine Gesichtszüge aussehen, wie seine Haare liegen, wie seine Augen leuchten. Das letzte Mal sich wieder trennen müssen, bis wir uns wiedersehen. In wenigen Tagen gibt es den Mann wieder live, in Farbe und in HD! 

Der finale Countdown läuft! Und ich bin alles gleichzeitig. Nervös, voller Vorfreude, hibbelig. Am Rande des Wahnsinns. Gefühlschaos. 

Mittwoch, 17. Juli 2013

Tag 149: Freud und Leid

... sind so dicht beieinander.

Nahezu den ganzen Einsatz über kam kaum ein Wörtchen darüber, dass Papa vermisst wird, dass er weg ist oder wann er endlich wiederkommt. Doch nun, so kurz vor dem Ende, so kurz vor dem Wiedersehen, tauchen vermehrt Heulattacken des Trotzköpfchens auf. 

Sie fängt an zu weinen ohne erkennbaren Grund. Sie lässt sich kaum beruhigen. Druckst herum. Irgendwann, auf mehrere Nachfragen meinerseits, was denn los sei, antwortet sie. "Wegen Papa. Er kommt nicht wieder." Es tut so weh, das Kind so zu sehen.

Und obwohl sie sieht, dass das Bonbonglas leerer wird, obwohl sie die Tage schon längst zählen kann, versteht sie nicht, was es bedeutet. Dass er wirklich schon bald wiederkommt. Jeder sagt ihr: "Nun ist es nicht mehr lang. Papa kommt ja bald wieder." Aber für sie steht fest: Er ist immer noch nicht da. Bald ist noch nicht. Wann ist Bald? Ich denke, sie kann es einfach noch nicht einordnen, sie weiß nicht, wie lange eine Woche ist. Für die Kleinen ist es meistens schon schwierig, die nächste Stunde abzuwarten, wenn eine Spielverabredung ansteht. Wie soll man da noch so lange warten?

Ich versuche, ihr die Tage so abwechslungsreich wie möglich zu gestalten, sie abzulenken, sie zu fordern, damit sie für sie möglichst schnell vergehen. Gleichzeitig halte ich meine eigene Nervosität zurück und bin darauf bedacht, mir möglichst nichts anmerken zu lassen. Und wenn ich so darüber nachdenke, muss ich feststellen: Ihre Gefühlslage ist der genaue Gegensatz zu meiner. Denn ich muss jedesmal an mich halten, um nicht aufzuspringen und zu kreischen. Aber innerlich, da feiert mein Herz eine Party. Die Party des Jahres.    

So nah sind Freud und Leid beieinander ... 

Dienstag, 16. Juli 2013

Tag 148: Die letzte Woche

... ist geknackt! Und ich drehe hier schier durch! 

Ich werkel und tue und putze und mache, tanze, hibbel und verliere den Kopf! Zwischendurch mal innehalten und sinnieren. 

Mein Kalender scheint zu blinken und zu schreien: BALD IST ES SOWEIT! SIEHST DU, DIE MARKIERUNGEN TREFFEN SICH SCHON FAST!! 
Und ich denke, das kann doch gar nicht sein. Wo ist die Zeit nur hin? Und eigentlich könnte ich noch so viel machen, so viel tun! Kommt er wirklich schon nächste Woche? Nächste Woche schon?? Das kriege ich nicht gemanaged hier! 

Immerhin: Die Frisur sitzt! Die Fenster sind geputzt! Und der Mann fängt an, seine Sachen nach Hause zu schicken. 

Kneift mich mal jemand? 

Montag, 15. Juli 2013

Tag 147: Vier Tage im November

von Johannes Clair.

Auf den letzten Metern habe ich mich herangetraut. Absolut lesenswert! Wer einen Einblick bekommen möchte, was unsere Soldaten in Afghanistan tun, sollte es lesen. Mir hat es geholfen, zu verstehen. 

"Johannes Clair liefert in seinem Buch "Vier Tage im November" einen schonungslosen Einblick in die tägliche Arbeit der deutschen Bundeswehr-Soldaten in Afghanistan. Im Sommer 2010 landete er mit seiner Einheit in der Provinz Kunduz, im Nordosten Afghanistans. Clair schildert die Erledigung der täglichen Aufgaben seines Golf-Zugs und wie er dabei mit den Menschen in Afghanistan in Berührung gekommen ist. Der Leser wird rasch mitgenommen und in die sandige und staubige Welt des fernen Afghanistan hineingezogen" von Christoph Mahnel, nachzulesen hier.

Sonntag, 14. Juli 2013

Tag 145 / 146: Böse Mädchen

auf Tour. Junggesellinnenabschied. 


Die zukünftige Braut wurde standesgemäß verkleidet als TV-Größe, und dann ging es mit einer Traube von Weibern auf Tour.  Mit diversen Aufgaben im Gepäck ging es der Männerwelt an den Kragen / an den Popo / an die Nägel, nicht aber ans Portemonaie. Spenden nahmen wir aber natürlich dankend an. 

Es wurden Nägel lackiert, Fotos geschossen, Lieder geschmettert und Kurze getrunken. Sich fachmännisch mit anderen Junggesellen auf Tour ausgetauscht, eine gratis Taxifahrt für die Zukünftige ergattert, zusammen mit den Straßenmusikern gefeiert. Und natürlich lecker geschmaust beim Nobel-Italiener. Es war sehr lustig und ein gelungener Abend. 

Doch als ich nachts ins leere Bett geschlüpft bin, fehlte er mir. Fehlte er mir sehr. Das Haus ohne Kinder und ohne Mann ist immer so leer und einsam. Und umso mehr freue ich mich, dass der Einsatz bald endlich ein Ende hat, und ich nachts nicht mehr alleine im großen Bett liegen muss.   

Freitag, 12. Juli 2013

Tag 144: Von Bienchen und Blümchen

oder: Das erste Aufklärungsgespräch. 

Das Trotzköpfchen weiß seit meiner Schwangerschaft mit der Frechdächsin, dass ein Baby im Bauch der Mutter heranwächst und schließlich irgendwann unten herauskommt. Und damit ist sie mir ihren 4 Jahren wesentlich weiter und aufgeklärter als ich damals mit 4 Jahren war, als meine Schwester geboren wurde. Da dachte ich nämlich, dass das Baby im Bauch irgendwann anklopft, sich eine Tür in der Bauchdecke öffnet und es herausspaziert. Wie ich auf so eine Idee kam, das weiß ich selbst nicht. 

Das Trotzköpfchen weiß anatomisch soweit also Bescheid. Sie weiß auch den Unterschied zwischen ihrer Geburt und der der Frechdächsin. Bei der ersten Schwangerschaft hatte ich einen Kaiserschnitt, also weiß das Trotzköpfchen, dass sie aus dem Bauch gekommen ist, die Frechdächsin aber ganz natürlich. So fragte sie erst: "Wie bin ich denn aus dem Bauch gekommen, Mama? Da ist ja gar kein Loch." Ich zeigte ihr die kleine Kaiserschnittnarbe und sagte: "Da macht man einen kleinen Schnitt und holt das Baby da raus." Erst guckte sie etwas entsetzt, dann sagte sie: "Aber das tut bestimmt weh." - "Ein bisschen tut das weh, das stimmt."

Nach weiteren Sekunden des Nachdenkens kam gestern also die Frage aller Fragen. "Mama, wie kommt das Baby eigentlich in den Bauch?" Für einige Sekunden war ich hin- und hergerissen, was ich ihr erzählen sollte. Muss man mit 4 Jahren schon über alle Details informiert sein? Meine diplomatische Antwort war also: "Wenn Mama und Papa sich ganz doll liebhaben, dann kann es sein, dass irgendwann ein Baby heranwächst." Und sie ließ nicht locker. "Ja, aber wie geht das?" Und ich überlegte wieder. Muss sie das wirklich schon wissen? Ich entschied mich dafür, dass sie das irgendwann in der Schule lernen würde und wir dann nochmal in Ruhe darüber sprechen können.   

- "Wieso? Weshalb? Warum? junior: Unser Baby" - dieses Buch haben wir gekauft, als ich mit dem zweiten Kind schwanger wurde. Es geht darum, dass Kinder ab 2 Jahren teils sehr detailiert Schritt für Schritt erfahren, wie das Baby im Bauch heranwächst, wie es auf die Welt kommt und was es bedeutet, eine große Schwester oder ein großer Bruder zu sein. 

- "Conni und das neue Baby" erzählt für alle Conni-Fans (und das Trotzköpfchen ist definitiv einer), wie Conni eine große Schwester wird. Die Mama wird immer dicker, die Babysachen müssen wieder vom Dachboden geholt und das neue Kinderzimmer soll eingerichtet werden. Als ihr kleiner Bruder endlich auf der Welt ist, ist Conni ganz stolz, den Kinderwagen schieben zu dürfen, und hat keine Angst mehr, dass Mama und Papa keine Zeit mehr für sie haben. 

Mit diesen Bücher haben wir das Thema "BABY" bisher behandelt. Habt ihr noch andere Tipps? 

Donnerstag, 11. Juli 2013

Tag 143: Das letzte Mal

... die Restmülltonne rausstellen: Check! :D 


Wenn sie das nächste Mal vorne an die Straße muss, dann kann der Mann das endlich wieder selber erledigen! Ein weiterer Schritt Richtung Wiedersehen! 

Und wenn ich so auf meinen Kalender schaue (ihr erinnert euch: Das Trotzköpfchen und ich kleben jeden Abend für jeden geschafften Tag ohne den Papa einen Sticker in den Kalender) und sehe, wie sich meine aufgeklebten Sticker langsam aber sicher der dicken OUT-Markierung nähern, werde ich ganz nervös. Mein Herz setzt einen Moment aus, nur um noch schneller anzufangen zu schlagen. Es hüpft, es hämmert, es zerspringt fast vor Freude. 

Und ich konzentriere mich, atme tief durch und denke: Wuuuusaaaaaa. Die letzten zwei Wochen sind angebrochen!

Mein Hibbel-O-Meter des heutigen Tages

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