Montag, 6. Mai 2013

Tag 77: Einen fahlen Nachgeschmack

... hat das Ereignis in Afghanistan. Man ist wie gelähmt.

Bisher habe ich immer versucht, die Gefahr zu verdrängen. Als wäre der Mann nur im Nebengebäude und hätte den Auftrag, dieses bis zum Tag X nicht zu verlassen. In Sicherheit also. Nun ist die Gefahr für Leib und Leben wieder mit voller Wucht präsent. Es ist kein Spaß-Survival-Urlaub in der Wüste, es ist Krieg! Und im Krieg passieren solche schrecklichen Dinge.

Man fühlt sich machtlos. Denn man kann an der Situation nichts ändern, man kann seinen Mann, der als Soldat für Deutschland dort ist, nicht nach Hause holen - man muss einfach weitermachen im Programm. Irgendwie. Tage und Wochen zählen. Und bangen und hoffen. Hoffen, dass alles gut geht und er unversehrt und gesund wieder nach Hause kommt. Und die Tage abreißen, so gut es geht. Versuchen, sich seine Sorgen von den Kindern nicht anmerken zu lassen. 

An solchen Tagen ist es schwer, die Fassade zu wahren. Das Zauberwort heißt Ablenkung, so makaber es klingt.

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