Mittwoch, 20. Februar 2013

Tag 2: Der erste Abend

Der erste Abend ohne Papa gestaltete sich gestern etwas schwierig. Vielleicht, weil das Trotzköpfchen total übermüdet war, vielleicht, weil sie die Eindrücke vom langen Tag verarbeiten musste, vielleicht aber auch, weil ihr bewusst wurde, dass Papa wirklich nicht nach Hause kommt. Jedenfalls war sie nur am heulen. Sie heulte, weil sie den Schlafanzug alleine anziehen sollte (das macht sie sonst auch), sie heulte, weil sie alleine in ihrem Zimmer blieb, als ich die Kleine ins Bett gebracht habe. Dann wurde geheult, weil sie sich plötzlich den falschen Sticker für ihren Kalender ausgesucht hatte und und und.
 
Schließlich endlich im Bett angekommen: "Mama, du musst das aber so machen, wie Papa das immer macht." Ein Schlag ins Gesicht, aufsteigende Tränen - und verdrängen. Küsschen hier, Küsschen da. Lange gekuschelt und gestreichelt. Dann durfte ich das doch so machen, wie MAMA das immer macht, mit dem Gute-Nacht-Lied. Und dennoch weinte sie sich kurz in den Schlaf.
 
Endlich auf der Couch angekommen, starrte ich matt vor mich hin. Und war überrascht, wie ruhig ich doch eigentlich blieb. Mein Kopf hat vielleicht noch nicht ganz begriffen, dass die nächsten Monate etwas sehr wichtiges fehlen wird.
 
  

Kommentare:

  1. Hallo!

    Danke für deinen Kommentar bei mir und fürs Verfolgen. :)

    Jetzt muss ich natürlich gleich mal zurück stöbern und was ist - gerade mal die erste Seite gelesen und schon sitze ich hier und heule. Hm. Ich werde auf jeden Fall verfolgen, wie es euch so geht und wie ihr euren Alltag "alleine" meistert und wünsche euch ganz viel Kraft für die kommenden Wochen. Es muss unglaublich schwer sein, sich immer wieder verabschieden zu müssen, gerade auch für die Kinder. Und dann musst du den Alltag komplett alleine hin bekommen. Wow. Da hab ich wirklich ganz großen Respekt vor.

    Alles Liebe
    Isa

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  2. Dieser Satz tut unendlich weh...du musst das so machen wie Papa das macht! Die Krabbe spricht noch nicht viel, aber sie sagt oft "Papa" wenn er nicht da ist und es bricht mir jedesmal das Herz...manchmal bin ich verunsichert, was sage ich ihr? Ist es ok, wenn ich sage, er ist auf der Arbeit? Wenn er morgens zur Arbeit fährt und abends heim kommt, sage ich das ja auch?!

    Ich möchte dir für die Zeit noch etwas mit auf dem Weg geben...eigentlich müsstest du noch Bohnen dazu bekommen, aber es geht auch so...
    "Vor langer Zeit lebte ein sehr alter Conte, er war ein Lebensgenießer, wie er im Buche steht. Jeden Morgen, bevor er sein Haus verließ, steckte er sich eine Hand voll Bohnen in seine rechte Hosentasche. Er vergaß dieses kleine Ritual niemals! Warum er es tat möchtest Du wissen? Nun, er tat dies, um die schönen Momente des Tages bewusst wahrzunehmen und sie so auch zählen zu können. Denn für jede positive Kleinigkeit die er tagsüber erlebte, wenn er zum Beispiel einen fröhlichen Plausch auf der Straße hielt, das Lachen einer Frau sah oder auch ein Glas guten Weines trank. Für alles, was seine Sinne erfreute, ließ er eine Bohne von der rechten in die linke Hosentasche wandern. Wenn er dann abends zu Hause saß, zählte er die Bohnen aus seiner linken Hosentasche. Er zelebrierte diesen Moment immer sehr feierlich! Denn so führte er sich vor Augen, wie viel Schönes ihm an diesem Tag widerfahren war und freute sich darüber. Sogar, wenn er bloß eine Bohne zählte, galt der Tag für ihn als gelungen - es hatte sich zu gelohnt zu leben !!! "

    Also schnapp dir ein paar Bohnen und am Ende des Tages wird dieses kleine Ritual ein kleiner Schulterklopfer für dich sein!
    Fühl dich gedrückt!

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    1. Das ist wirklich ein schönes kleines Ritual. Vielen Dank, liebe Floh! Ich werde es mir merken! :)
      Mich bauen eure Kommentare wirklich sehr auf und helfen mir ein wenig über den Tag! Danke auch dafür!

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