Dienstag, 5. Februar 2013

Was schreiben?

Ich habe das Gefühl, mich ständig zu wiederholen, rumzuheulen und furchtbar zu nerven - hier. Aber es ist ja so. Diese letzten Tage vor der Soldatenabreise machen mich fertig, wahnsinnig. Und genau das war beim ersten Einsatz 2010 leichter, weil man nicht wusste, wie es sein wird, weil man nicht wusste, was auf einen zukommt. Diesmal weiß ich, dass es wohl keine tränenreichen hollywoodgleichen Abschiedsszenen mit heißen Liebesschwüren geben wird. Ich weiß, wie lang die Zeit alleine hier werden kann, wie kräftezehrend und einsam. 

Und ich habe Angst, dass ich das alles hier nicht wuppen kann! Ich mache mir ständig Gedanken, und das macht mich wahnsinnig. So blöd das klingen mag (und ich wiederhole mich bestimmt zum 100. Mal), ich wünschte wirklich, wir hätten den Tag X schon hinter uns. Dann müsste ich mir keine Gedanken mehr machen, dann müsste ich nur noch handeln und funktionieren. Und das klappt dann bestimmt auch. 

Je näher der Tag X rückt, desto hysterischer werde ich. Ich trieze den Mann noch dies und jenes zu erledigen. Das zu kaufen, dies zu räumen, jenes zu organisieren. Und das nervt mich selber, sollten wir doch eigentlich die wenige verbleibende Zeit genießen! Die Zeit vorher ist hier die schlimmste - denke ich. 

Kommentare:

  1. Hey, hier darfst Du jammern und heulen, soviel Du willst. Dafür ist der Platz doch da :) Und wir hören gern zu.
    Lass die ToDo-Liste mal sein und macht Euch einen schönen Tag, wenigstens einen. Wir waren hier letzte Woche auch in so einer Situation, das uns die gemeinsame Zeit davonlief und wir uns nur noch an den Hals gegangen sind, weil noch soviel zu tun war und er mit dem Kopf schon wieder bei den Kameraden.
    Wir haben uns dann einfach mal eine Auszeit genommen für einen Tag. War wunderschön und gibt mir grad in den ersten Tagen hier allein viel Kraft.
    Du schaffst das schon, und allein bist Du auf keinen Fall :)

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  2. Genauso wie du es beschreibst, habe ich mich auch gefühlt. Das kommt mir alles so bekannt vor und gerade die Zeit vorher ist so schlimm, das Gefühl steigert sich von Tag zu Tag und ich wollte eigentlich nur noch schreien und bitten, dass es endlich aufhört. Kaum zu ertragen und so schrecklich unabwendbar. Sehenden Auges in etwas hineinlaufen, was man nicht will.
    Wenn der Abschied endlich geschafft ist, dann wird es leichter - jedenfalls kannst du dann die Tag zählen und dich auf den Sommer freuen, wenn dein Schatz wieder kommt.
    Die Ängste all das nicht zu schaffen, kommen mir auch bekannt vor und ich kann sagen, wenn ich das geschafft habe, kriegst du das auch hin! Zwischendurch gehen wir fein Kaffee trinken und bespaßen die Kinder gemeinsam...das wäre doch was! Und wenn sonst irgendwas ist, hast du jede Menge liebe Menschen, die dir gerne helfen. Deinen Soldaten ersetzten können sie/wir nicht, aber dir ein bißchen über die Zeit helfen schon! Du schaffst das! Ihr schafft das!
    Ich denk an euch!
    Liebe Grüße!

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  3. Ihr seid so lieb! Vielen lieben Dank, das hilft mir wirklich in solch besonders schlimmen Momenten.
    Und gerne, liebe Mausohr, wir trinken nen Kaffee und bespaßen die Kids!

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