Mittwoch, 17. Juli 2013

Tag 149: Freud und Leid

... sind so dicht beieinander.

Nahezu den ganzen Einsatz über kam kaum ein Wörtchen darüber, dass Papa vermisst wird, dass er weg ist oder wann er endlich wiederkommt. Doch nun, so kurz vor dem Ende, so kurz vor dem Wiedersehen, tauchen vermehrt Heulattacken des Trotzköpfchens auf. 

Sie fängt an zu weinen ohne erkennbaren Grund. Sie lässt sich kaum beruhigen. Druckst herum. Irgendwann, auf mehrere Nachfragen meinerseits, was denn los sei, antwortet sie. "Wegen Papa. Er kommt nicht wieder." Es tut so weh, das Kind so zu sehen.

Und obwohl sie sieht, dass das Bonbonglas leerer wird, obwohl sie die Tage schon längst zählen kann, versteht sie nicht, was es bedeutet. Dass er wirklich schon bald wiederkommt. Jeder sagt ihr: "Nun ist es nicht mehr lang. Papa kommt ja bald wieder." Aber für sie steht fest: Er ist immer noch nicht da. Bald ist noch nicht. Wann ist Bald? Ich denke, sie kann es einfach noch nicht einordnen, sie weiß nicht, wie lange eine Woche ist. Für die Kleinen ist es meistens schon schwierig, die nächste Stunde abzuwarten, wenn eine Spielverabredung ansteht. Wie soll man da noch so lange warten?

Ich versuche, ihr die Tage so abwechslungsreich wie möglich zu gestalten, sie abzulenken, sie zu fordern, damit sie für sie möglichst schnell vergehen. Gleichzeitig halte ich meine eigene Nervosität zurück und bin darauf bedacht, mir möglichst nichts anmerken zu lassen. Und wenn ich so darüber nachdenke, muss ich feststellen: Ihre Gefühlslage ist der genaue Gegensatz zu meiner. Denn ich muss jedesmal an mich halten, um nicht aufzuspringen und zu kreischen. Aber innerlich, da feiert mein Herz eine Party. Die Party des Jahres.    

So nah sind Freud und Leid beieinander ... 

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